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23. Vesperkirche startet am kommenden Sonntag um 11 Uhr mit Gottesdienst

einen Beitrag zum Start der 23. Reutlinger Vesperkirche auf RTF1 können Sie hier sehen.

„Die Vorbereitung der Vesperkirche in diesem Jahr lief richtig gut“, sagte Dr. Joachim Rückle am gestrigen Donnerstagvormittag während des Pressegesprächs in der Nikolaikirche. Am Dienstag und Mittwoch war die Citykirche ausgezogen – erstaunt zeigte sich das Leitungsteam der Vesperkirche gestern, „dass wir so schnell alles eingeräumt hatten“, betonte Gerti Schief. Arbeitsbeginn war am gestrigen Donnerstag um halb 9 Uhr, um 11 standen bereits alle Tische und Stühle sortiert und aufgereiht in dem Kirchengebäude bereit. „Ich bin begeistert“, konstatierte Pfarrer Jörg Mutschler. „Alle wissen, wo was und wie hingehört.“ Froh äußerte sich das geistliche Oberhaupt der Vesperkirche auch über die Hilfe von einigen Asylbewerbern, die wie die Jahre zuvor erneut kräftig mit angepackt hatten.

Die Anspannung bei dem Leitungskreis war schon groß, kaum können die Ehrenamtlichen und Gisela Braun als einzige Hauptamtliche in dem Kreis es mehr erwarten, bis am Sonntag um 11 Uhr mit dem Eröffnungsgottesdienst die 23. Vesperkirche beginnt. „Neu in diesem Jahr wird in den kommenden vier Wochen mittwochs der vegetarische Tag sein, das wird spannend, wie der ankommt“, sagte Rückle als Geschäftsführer des Reutlinger Diakonieverbands. „Wir wollen damit zeigen, dass es auch sehr leckere vegetarische Essen gibt und gleichzeitig unsere Verantwortung gegenüber dem Klimawandel wahrnehmen“, so Joachim Rückle. Freitags wird das Essen zudem schweinefleischfrei sein.

Ebenfalls neu ist eine Veranstaltung im Rahmen des Vesperkirchen-Kulturprogramms: „Kommenden Donnerstagabend gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema Armut“, betonte Mutschler. Die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Auswirkungen von Armut soll auch in den kommenden Jahren ihren Platz in der Vesperkirche finden. Weitere Kultur-Programmpunkte jeweils donnerstagabends: „Tante Friedas Jazzkränzchen“ tritt wie gewohnt auf, der Zauberer Nikolai Striebel zeigt magische Kunststücke und die „Hot Club Harmonists“ spielen auf.

Eine Rekordzahl hatte Gisela Braun zu vermelden: „In diesem Jahr haben sich 320 Ehrenamtliche gemeldet, die alle mitarbeiten wollen.“ So viele waren es noch nie, dazu gehören auch wieder zahlreiche Schüler, die ein 30stündiges Wochenpraktikum dort absolvieren, wie Dorothea Fecker-Kuon ausführte. Jutta Kuhk hob hervor, dass Backwillige die Vesperkirche auch wieder mit Kuchenspenden unterstützen können. „Die Kuchen können einfach vorbeigebracht werden, täglich zwischen 9 und 15 Uhr“, so Kuhk. „Es gibt viele Möglichkeiten sich in die Vesperkirche einzubringen – auch Kuchen backen kann ein Zeichen der Solidarität sein“, schmunzelte Mutschler.

Eine weitere Möglichkeit: „Jede und jeder kann einfach zum Essen vorbeikommen“, betonte Rückle. „Der Charme der Vesperkirche ist ja ganz einfach der, dass man gespannt sein kann, neben wem man sitzt und isst – das ist wie ein gigantisches Blind-Date“, sagte Jörg Mutschler augenzwinkernd. Bemüht sei die Vesperkirche zudem, möglichst viel Müll zu vermeiden. „Deshalb bitten wir unsere Gäste, eine Tasche, Tüte oder einen Behälter mitzubringen, in dem sie das Vesper mitnehmen zu können“, sagte Kuhk. Das Thema Geld wurde gestern auch angesprochen – zu dem benötigten Gesamtbetrag von 110 000 Euro für vier Wochen Vesperkirche „fehlen im Moment noch rund 30 000 Euro“, so Rückle. Doch der Geschäftsführer des Diakonieverbands zeigte sich zuversichtlich, dass auch in diesem Jahr wieder ausreichend Spenden eingehen, um die Unkosten decken zu können.

Das Essen wird wie immer von der Bruderhaus-Küche geliefert, „wir beginnen mit 250 Mahlzeiten“, so Jutta Kuhk. Einen geistlichen Impuls wird es jeden Tag geben, „wenn der Gong um kurz vor 12 schlägt, wird es atemberaubend still, das ist faszinierend zu beobachten“, sagte Mutschler. Jeweils sonntags ist „um 14 Uhr 30 eine erweiterte gottesdienstliche Feier“ geplant. Im Eröffnungsgottesdienst predigt im Übrigen Prof. Thomas Schlag aus Zürich, Reutlingens OB Thomas Keck wird die Tradition von Barbara Bosch fortführen und ein Grußwort halten.

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