Interkulturelle Woche in Reutlingen eröffnet

Mit einem Konzert des Pianisten Aeham Ahmad und vielen persönlichen Begegnungen startete die Interkulturelle Woche 2025 in Reutlingen.

Gut besuchte Auftaktveranstaltung zu den Interkulturellen Wochen in der VHS Reutlingen.

Gut besuchte Auftaktveranstaltung zu den Interkulturellen Wochen in der VHS Reutlingen

Asyldiakonin Anna Sonnemann stellt das Programm der Interkulturellen Wochen vor.

Asyldiakonin Anna Sonnemann stellt das Programm der Interkulturellen Wochen vor

Grußwort der Baubürgermeisterin der Stadt Reutlingen, Angela Weißkopf

Grußwort der Baubürgermeisterin der Stadt Reutlingen, Angela Weißkopf

Höhepunkt des Abends: Der Pianist Aeham Ahmad am Flügel bei einer seiner Improvisationen

Höhepunkt des Abends: Der Pianist Aeham Ahmad am Flügel bei einer seiner Improvisationen

Ein begeistertes Publikum forderte mehrere Zugaben.

Ein begeistertes Publikum forderte mehrere Zugaben

Der rundum gelungene Abend bestätigte das Konzept der Veranstalter

Der rundum gelungene Abend bestätigte das Konzept der Veranstalter

Anregender Austausch und gegenseitige Ermutigung im Anschluss an das Konzert.

Anregender Austausch und gegenseitige Ermutigung im Anschluss an das Konzert

Mit einem eindrucksvollen Konzert wurde die Interkulturelle Woche 2025 in Reutlingen eröffnet. Unter dem Motto „dafür!“ drehte sich alles um Begegnung, Vielfalt und das gemeinsame Gespräch. Bundesweit nehmen in diesem Jahr über 700 Städte und Gemeinden teil – in Reutlingen fand die erste Interkulturelle Woche vor 35 Jahren statt.

Baubürgermeisterin Angela Weißkopf betonte in ihrem Grußwort bei der Eröffnung in der Volkshochschule: „Reutlingen hat eine Stadtgesellschaft, in der Unterschiedlichkeit akzeptiert wird.“ Sie erinnerte an die zahlreichen Beispiele erfolgreicher Integration und die jahrzehntelange Unterstützung durch Ehrenamtliche.

Konzert von Aeham Ahmad

Musikalischer Höhepunkt des Abends war der Auftritt des palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad. Mit kraftvollen Improvisationen am Flügel und Gesang in arabischer Sprache füllte er den Saal mit bewegenden Klangbildern. 

International bekannt wurde Ahmad als „Pianist in den Trümmern“ durch seine Auftritte im syrischen Bürgerkriegsgebiet Yarmouk. Ergänzt wurde das Konzert durch Lesungen aus seinen Büchern, darunter „Und die Vögel werden singen“.

Ahmad, der 2015 nach Deutschland floh und inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurde, verband in seinem Auftritt persönliche Geschichten mit künstlerischen Ausdrucksformen und verlieh dem Abend große emotionale Tiefe.

Stimmen der Beteiligten

Neben künstlerischen Darbietungen prägten auch persönliche Erlebnisse das Geschehen. Anna Sonnemann, Asyldiakonin des Diakonieverbands Reutlingen und Mitglied im Organisationsteam berichtete: „Ein Magic Moment war, als der Pianist bei seiner Ankunft nicht zuerst im Hotel eincheckte, sondern sofort auf anwesende Gäste und Bewohner zuging, Fotos machte und den Flügel ausprobierte. Das war für uns ein besonderes Erlebnis.“

Florian Sittle, Streetworker und Sozialberater, sprach von einem wertvollen Gemeinschaftsgefühl, während der Pianist zusammen mit Bewohnern aus der Erstaufnahme-Einrichtung im Kreis stand und sie sich sofort verstanden. „Das war einfach cool. So läuft Integration.“ 

Für Rima Rammah, eine junge Frau aus Syrien, hatte die Veranstaltung eine noch tiefere persönliche Bedeutung: „Als ich hier meine Geschichte erzählen konnte und daraus eine Figur gemacht wurde, die jeder lesen kann – das war eine besondere Erfahrung für mich. Und dazu, dass ich beim Diakonieverband arbeiten und hier studieren darf.“

Zugleich sprach sie auch von Herausforderungen: „Manchmal fällt es mir noch schwer, mich wie gewünscht auszudrücken, weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Aber ich glaube, ich kann das schaffen.“

Begegnung schafft Vertrauen

Der Abend zeigte eindrücklich, wofür die Interkulturellen Wochen seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stehen: Miteinander ins Gespräch zu kommen statt übereinander zu reden. Musik, Geschichten und persönliche Erfahrungen schufen eine Atmosphäre, in der Nähe und Vertrauen spürbar waren.

Getragen wurde der Abend von einer engagierten Programm-AG, bestehend aus dem Diakonieverband Reutlingen, der Caritas und der VHS Reutlingen, welche die Veranstaltung gemeinsam organisierten.

Dankbar zeigten sich die Veranstalter auch über die Unterstützung aus der Wirtschaft. So steuerte die Romina Mineralbrunnen GmbH für die Auftaktveranstaltung die Getränke bei und hat das Reutlinger Spendenparlament e.V. die Kunstausstellung "Mein Name ist: Mensch" sowie die Auftaktveranstaltung finanziell unterstützt. 

In den kommenden Tagen sind zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant. Möglichkeiten für Austausch, Begegnung und Kultur bieten sich beispielsweise durch das bunte Rahmenprogramm der VHS Reutlingen, dem Amt für Integration der Stadt Reutlingen, dem TKiV, dem Haus der Kulturen und weiteren Akteuren.

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